Was ist eine Kapital bildende Lebensversicherung?
Die Kapital bildende Lebensversicherung verbindet die Vorteile der Risikolebensversicherung
mit zusätzlicher Altersvorsorge. Der Versicherte kann mit dieser Vertragsvariante
also seine Angehörigen absichern und gleichzeitig für einen sorgenfreien Ruhestand
vorsorgen.
Wichtig:
Bei den Tipps und Informationen auf diesen Seiten handelt es sich um allgemeine
Hinweise zur Kapital bildenden Lebensversicherung.
Die rechtsverbindlichen Bestimmungen entnehmen Sie bitte den Versicherungsbedingungen
Ihres Versicherers.
Welche Vorteile die Kapital bildende Lebensversicherung bietet
- eine garantierte Kapitalleistung mit Mindestverzinsung
Die Kapital bildende Lebensversicherung eignet sich vor allem für alle diejenigen, die
neben der Hinterbliebenenvorsorge Wert auf eine sichere Altersvorsorge mit stabiler
Rendite legen. Die Versicherungswirtschaft bietet den Versicherten eine garantierte
Alterskapitalleistung und sagt eine Mindestverzinsung der eingezahlten Sparanteile
von derzeit 3,25 Prozent zu, und zwar für die gesamte Laufzeit des Versicherungsvertrages.
Dies können andere Sparformen, die lediglich der Kapitalansammlung dienen,
nicht bieten. Für den Versicherten bedeutet diese Garantie zusätzliche Sicherheit,
denn sein Versicherer nimmt ihm das Kapitalmarktrisiko ab. Die Versicherten sind somit
davor geschützt, dass ihr langfristig Erspartes beispielsweise durch Kursverluste
zunichte gemacht wird.
- eine steuerfrei ausgezahlte Summe
Die einkommenssteuerfrei ausgezahlte Kapitalabfindung im Erlebensfall ist ein
weiterer wichtiger Pluspunkt der Kapital bildenden Lebensversicherung. Gleichzeitig
können die Versicherungsbeiträge als Vorsorgeaufwendungen (beschränkt abzugsfähige
Sonderausgaben) im Rahmen bestimmter Höchstbeträge vom zu versteuernden
Einkommen abgezogen werden. Voraussetzung für beide Steuervorteile: Der Versicherungsvertrag
läuft über mindestens zwölf Jahre, es werden laufend - mindestens aber
fünf jährliche - Beiträge entrichtet, der Todesfallschutz beträgt mindestens 60 Prozent
der Beitragssumme.
- eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes
Wer seinen Versicherungsschutz und sein Versorgungsniveau laufend an ein steigendes
Einkommen und einen entsprechend höheren Lebensstandard anpassen will,
kann beim Vertragsabschluss eine Dynamik vereinbaren. Dann erhöhen sich Versicherungsschutz
und Beitrag Jahr für Jahr ohne weitere Gesundheitsprüfung. Je nach
Bedarf können die dynamischen Erhöhungen auch ausgesetzt werden.
Variante für Paare: Kapitalversicherung auf verbundene Leben
Bei dieser Form der Kapital bildenden Lebensversicherung können mehrere Personen gleichzeitig
über einen einzigen Versicherungsvertrag abgesichert werden. Die vereinbarte Versicherungssumme
wird dabei entweder zum vereinbarten Vertragsablauf fällig oder aber zu
dem Zeitpunkt, an dem eine der versicherten Personen stirbt. Interessant ist diese Form der
Lebensversicherung für Partner, die Vorsorge für den Todesfall des anderen benötigen: zum
Beispiel kinderlose Ehepaare oder Geschäftspartner. Im Zusammenhang mit einem Darlehen
kann so der Tod des oder der Partner(s) finanziell abgesichert und der Fortbestand des Unternehmens
ermöglicht werden (Auszahlung der Erben, Tilgung von Verbindlichkeiten etc.).
Der Abschluss einer Lebensversicherung auf verbundene Leben ist wegen der geringeren
Beiträge oftmals interessanter als der Abschluss von zwei einzelnen kapitalgedeckten Lebensversicherungen.
Zu beachten ist: Bei dieser Vertragsvariante gibt es nur eine Versicherungssumme.
Zusatzversicherungen
Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung
Eine Kapital bildende Lebensversicherung kann problemlos mit einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung
kombiniert werden. Diese Zusatzversicherung garantiert dem Versi-cherten
im Falle der Berufsunfähigkeit mindestens die Beitragsfreistellung seiner Kapital
bildenden Lebensversicherung. Er muss sich im Falle der Berufsunfähigkeit also nicht auch
noch Gedanken um seine Altersvorsorge machen. Zusätzlich zur Beitragsbefreiung ist die
Vereinbarung einer Rente für die Dauer der Berufsunfähigkeit, maximal für die Dauer der
Vertragslaufzeit, möglich. Die Berufsunfähigkeitsrente soll sicherstellen, dass der persönliche
Lebensstandard weitestgehend erhalten bleibt. Die Laufzeit der Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung
kann zwar von der Laufzeit der Hauptversicherung abweichen, in der
Regel wird jedoch eine kürzere Laufzeit vereinbart.
Unfallzusatzversicherung
Wer diesen Baustein abschließt, sichert seinen Angehörigen eine zusätzliche Leistung, wenn
er durch einen Unfall ums Leben kommt. Der Betrag ist in der Regel genauso oder doppelt
so hoch wie die Versicherungssumme der Hauptversicherung.
Was man beim Abschluss einer Kapital bildenden Lebensversicherung beachten sollte
- Wichtig ist eine ausreichend hohe Lebensversicherungssumme. Wie hoch sie im Einzelfall
sein soll, muss individuell, am besten mit fachkundiger Beratung ermittelt werden.
Weil Versicherungsverträge in der Regel eine Laufzeit über mehrere Jahrzehnte haben,
sollte sich der Versicherte finanziell nicht übernehmen und die Beiträge langfristig problemlos
aufbringen können. Wird besonders hoher Versicherungsschutz benötigt, etwa,
wenn viele Kinder zu versorgen sind, kann ein Tarif gewählt werden, der eine besonders
hohe Todesfallleistung vorsieht. Bei diesen Tarifen sind die Beiträge niedrig, es wird allerdings
entsprechend weniger Kapital für die Altersvorsorge gebildet.
- Beim Ausfüllen des Versicherungsantrages ist die Unterstützung eines Beraters sinnvoll.
Denn die Angaben zum Antragsteller und/oder der versicherten Person sowie die
Daten für den Vertragsbeginn und -ablauf müssen korrekt und vollständig eingetragen
werden. Nur so kann der gewünschte Versicherungsschutz umgehend gewährt werden.
- Folgenreich kann die Angabe des Bezugsberechtigten für den Todesfall sein. Ist das
Bezugsrecht widerruflich, sind Änderungen jederzeit möglich. Wurde das Bezugsrecht
jedoch unwiderruflich eingeräumt, lässt es sich nur noch mit Zustimmung des oder der
Bezugsberechtigten ändern. Wer sich bei dieser Angabe unsicher ist, kann auch nach
Policierung der Versicherung noch entscheiden, wer die Auszahlung nach seinem Tod
bekommen soll.
- Ganz wichtig beim Abschluss einer Lebensversicherung ist die korrekte Beantwortung
der im Antrag gestellten Gesundheitsfragen, vor allem die sorgfältige Angabe der Vorerkrankungen.
Hier sollte möglichst umfassend geantwortet werden, auch dann, wenn
die Beschwerden aus Sicht des Versicherungsnehmers unerheblich waren. Auf Grundlage
dieser Angaben muss die Versicherungsgesellschaft die Beitragshöhe kalkulieren und
über einen eventuellen Zuschlag entscheiden. Normalerweise ist dies jedoch nicht der
Fall. Je nach Höhe der gewünschten Versicherungssumme und dem Alter der zu versichernden
Person sind unterschiedliche Gesundheitsfragen zu beantworten. In einigen
Fällen kann auch ein Arztbesuch notwendig werden. In jedem Fall muss ein Hausarzt
benannt werden, zumindest der Arzt, der sich mit dem Gesundheitszustand am besten
auskennt.
- Wichtig ist die Lektüre des "Kleingedruckten", das über die Vertragsbedingungen informiert.
Hierzu zählt beispielsweise die Information, dass die Versicherungsgesellschaft
ermächtigt wird, beim angegebenen Arzt Auskunft über Erkrankungen zu verlangen. Dazu
gehören aber auch Angaben über Kündigungsmöglichkeiten und -fristen.
Kleines Lexikon zur Kapital bildenden Lebensversicherung
Antragsteller: ist der Versicherungsnehmer. Er unterschreibt den Antrag, benennt den oder
die Bezugsberechtigten und zahlt die Beiträge. In der Regel versichert er sich selbst und
erhält im Erlebensfall die Auszahlung aus dem Vertrag.
Beleihung der Lebensversicherung: ist in der Regel bis zur Höhe des Rückkaufswertes
möglich und meist günstiger als ein Bankkredit.
Gesundheitsprüfung: Im Allgemeinen ist sie die Voraussetzung für den Abschluss einer
Lebensversicherung. Im Normalfall genügt die Beantwortung einiger Gesundheitsfragen.
Ärztliche Untersuchungen sind meist erst ab Versicherungssummen von 127.822,97 Euro oder
bei höherem Eintrittsalter üblich.
Kapitalertragssteuer: Bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung mit weniger als zwölf
Jahren Laufzeit unterliegen die Zinserträge der Kapitalertragssteuer. Kündigt der Versicherungsnehmer
seine Lebensversicherung vor Ablauf von zwölf Jahren, wird die Steuer vom
Versicherungsunternehmen einbehalten und direkt an das Finanzamt abgeführt.
Police: Der Versicherungsschein, also die Urkunde über den Vertrag zwischen Versicherungsunternehmen
und Versicherungsnehmer, ist die Police.
Rückkaufswert: Der bei der Kündigung einer Lebensversicherung zu erstattende Betrag
wird auch Rückvergütung genannt. Im ersten Jahr nach Vertragsabschluss ist in der Regel
noch kein Rückkaufswert vorhanden. Da das Versicherungsunternehmen das Todesfallrisiko
trägt und für die Vertragseinrichtung und Vertragsverwaltung Kosten anfallen, können dem
Versicherten aber auch bei einer späteren Kündigung nicht alle gezahlten Beiträge zurücker-stattet
werden. Erst gegen Ende der Vertragslaufzeit übersteigt die Rückvergütung im Nor-malfall
die Summe der gezahlten Beiträge.
Überschussbeteiligung: Überschüsse bei Kapital bildenden Lebensversicherungen entste-hen
durch eine rentable Anlage der Beiträge, eine rationelle Verwaltung bei der Versiche-rungsgesellschaft
und dadurch, dass weniger Todesfälle eintreten als bei der vorsichtigen
Beitragskalkulation angenommen wurde. Nahezu der gesamte Überschuss wird als Über-schussbeteiligung
an die Versicherungsnehmer weitergegeben.
Versicherte Person: ist diejenige, deren Leben versichert ist. Ihr Gesundheitszustand bei
Antragstellung beziehungsweise ihre Krankheiten sind für das Unternehmen von Interesse.
Stirbt die versicherte Person oder erlebt sie das reguläre Vertragsende, wird die Versiche-rungsleistung
fällig.